Lebensethik

Sterbehilfe

Ein Mensch, der sterben will, braucht Hilfe zum Leben – nicht Hilfe zum Sterben.

Überblick

Vier Formen der Sterbehilfe

Der Begriff „Sterbehilfe“ umfasst sehr unterschiedliche Handlungen – von der Sterbebegleitung bis zur aktiven Tötung.

Vom Zulassen zum Töten

Nicht alles, was „Sterbehilfe“ heißt, ist dasselbe.

Passiv
Ethisch unbedenklich. Verzicht auf lebensverlängernde Maßnahmen bei gleichzeitiger Schmerzlinderung — der natürliche Sterbeprozess wird zugelassen, nicht herbeigeführt.
Indirekt
Ethisch vertretbar. Schmerzbehandlung, die als Nebenwirkung das Leben verkürzen kann — Ziel ist die Schmerzlinderung, nicht der Tod.
Assistiert
Ethisch problematisch. Bereitstellung von Mitteln zur Selbsttötung — der Staat wird zum Helfer beim Sterben.
Aktiv
In Deutschland verboten. Gezielte Tötung eines Menschen auf dessen Verlangen — und das aus gutem Grund.

Die Gefahr

Was als Ausnahme beginnt, wird zur Normalität.

Erfahrungen aus Belgien, den Niederlanden und Kanada zeigen, wie schnell Grenzen verschoben werden.

5,1%
aller Todesfälle in Kanada gingen 2024 auf MAID zurück: 16.499 Menschen erhielten „Medical Assistance in Dying“. Quelle ansehen
9
Jahre alt war das jüngste Kind, das in Belgien durch Euthanasie getötet wurde. 2017 wurden dort drei Minderjährige getötet.
10.000
Niederländer über 55 möchten ihr Leben beenden — obwohl sie nicht schwer krank sind. Gründe: Einsamkeit, Angst, anderen zur Last zu fallen.
200.000
Menschen wurden im nationalsozialistischen Euthanasieprogramm (1939–1945) ermordet: psychisch Kranke, Behinderte, sozial „Unerwünschte“.

In den Niederlanden dürfen inzwischen auch Demenzkranke getötet werden – selbst wenn sie sich zum Zeitpunkt der Tötung dagegen wehren. Ein Urteil des Obersten Gerichtshofs von 2020 hat dies bestätigt.

Die Alternative

Palliativmedizin statt Tötung

Kein Mensch muss in Deutschland unter Schmerzen sterben. Die Palliativmedizin kann heute nahezu jede Art von Schmerz wirksam lindern. Hospize begleiten Sterbende und ihre Angehörigen in Würde.

Wer Sterbehilfe legalisiert, sendet eine Botschaft: Dein Leben ist nicht mehr lebenswert. Wer Palliativmedizin ausbaut, sendet eine andere: Du bist wertvoll, bis zum letzten Atemzug.

Sterbebegleitung statt aktiver Sterbehilfe.

– Gemeinsame Erklärung der EKD und der Deutschen Bischofskonferenz

Leben schützen – vom Anfang bis zum Ende

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