Lebensethik

Pränataldiagnostik

Wenn Diagnostik zur Auswahl wird.

Das Problem

Wenn Wissen zur Auswahl zwischen Leben und Tod wird

Vorgeburtliche Untersuchungen können die Gesundheit von Mutter und Kind schützen. Doch in der Praxis dient das Wissen über eine Behinderung des Kindes vor allem einem Zweck: als Entscheidungsgrundlage für eine Abtreibung.

Über 90% aller Kinder mit Down-Syndrom werden nach einer entsprechenden Diagnose abgetrieben. Nicht weil sie todkrank sind, sondern weil sie nicht der Norm entsprechen.

Der Mensch wird zunehmend zu einem Produkt, das bereits vor der Geburt verschiedene Qualitätsprüfungen durchlaufen muss. Wer nicht besteht, wird aussortiert.

PID

Präimplantationsdiagnostik: Selektion im Reagenzglas

Bei der PID werden im Reagenzglas erzeugte Embryonen genetisch untersucht. Embryonen mit „unerwünschten“ Eigenschaften werden verworfen – das heißt: getötet.

In Deutschland ist PID seit 2011 in Ausnahmefällen erlaubt – bei schwerwiegenden Erbkrankheiten. Doch die Grenze verschiebt sich stetig. Was heute als „schwerwiegend“ gilt, war gestern noch undenkbar.

Wohin das führt

Vom Ausnahmefall zur Auswahl nach Wunsch.

„Rettungskinder“
Kinder, die per PID ausgewählt werden, um als Knochenmark- oder Blutspender für kranke Geschwister zu dienen. Ein Mensch, erzeugt als Ersatzteillager.
Geschlecht
In erschreckend vielen Ländern wird die vorgeburtliche Untersuchung genutzt, um Kinder mit dem „falschen“ Geschlecht auszusortieren. Das Ergebnis: Millionen fehlender Mädchen.

NIPT

Bluttests: risikoarm, aber ethisch brisant

Der nicht-invasive Pränataltest (NIPT) kann genetische Auffälligkeiten wie Trisomie 21 bereits ab der 10. Schwangerschaftswoche aus dem Blut der Mutter erkennen – ohne Risiko für das Kind.

Seit 2022 wird der NIPT von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Die Folge ist absehbar: noch mehr Diagnosen, noch mehr Abtreibungen, noch weniger Kinder mit Down-Syndrom.

Ein Test, der kein Kind heilt, aber viele Kinder das Leben kostet.

Unsere Position

Diagnostik ja, Selektion nein

Vorgeburtliche Diagnostik ist sinnvoll, wenn sie der Gesundheit von Mutter und Kind dient. Sie ist falsch, wenn sie der Selektion dient.

Jeder Mensch trägt genetisches Material für 4–5 schwere Krankheiten, die oft nie ausbrechen. Testergebnisse sind keine Urteile über den Wert eines Lebens.

Kein Mensch hat das Recht, über den Lebenswert eines anderen Menschen zu entscheiden.

Vielfalt ist kein Defekt

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