Lebensethik

Organspende

Wer entscheidet über deine Organe?

Grundsätzlich

Organspende kann Leben retten

Organspende ist grundsätzlich ein Akt der Nächstenliebe. Sie kann das Leben schwer kranker Menschen retten oder entscheidend verbessern. Wir stehen der Organspende positiv gegenüber – solange sie freiwillig geschieht und der Spender tatsächlich tot ist.

Die Debatte

Hirntod: wirklich tot?

Die zentrale ethische Frage lautet: Ist ein hirntoter Mensch wirklich tot?

Der Hirntod ist dem Tod des Menschen gleichzusetzen. Die Organentnahme findet an einem Toten statt.

Mehrheitsposition im Deutschen Ethikrat

Der Hirntod ist nicht der Tod des Menschen. Der Spender stirbt erst während der Organentnahme — die „Dead Donor Rule“ wird durchbrochen.

Minderheitsposition im Deutschen Ethikrat

Diese Debatte ist nicht abgeschlossen. Wer eine informierte Entscheidung treffen will, muss beide Positionen kennen.

Widerspruchslösung

Automatisch Spender, wenn du nicht widersprichst?

Am 16. Januar 2020 hat der Bundestag die Widerspruchslösung mit klarer Mehrheit abgelehnt. Das bedeutet: In Deutschland wird man nur dann zum Organspender, wenn man dem aktiv zugestimmt hat.

Wir begrüßen diese Entscheidung. Die Widerspruchslösung hätte faktisch jeden Menschen zum Spender erklärt, der nicht aktiv widerspricht. Das stellt die Selbstbestimmung über den eigenen Körper auf den Kopf.

Das Prinzip ist einfach: Der Schutz des Lebenden hat Vorrang. Kein Mensch darf getötet oder sein Sterben beschleunigt werden, um einem anderen zu helfen.

Informiert entscheiden

Ob du spenden willst oder nicht: Triff eine bewusste Entscheidung und halte sie schriftlich fest.

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