Fakten

Wie neutral ist pro familia?

pro familia wird oft als neutrale Beratungsstelle wahrgenommen. Diese Seite ordnet ein, welche Interessen, Forderungen und öffentlichen Förderungen dahinterstehen. Neutral ist das nicht.

Vier Prüfsteine Politik · Praxis · Geschichte · Steuergeld

Wer steckt dahinter?

Wer ist pro familia?

pro familia ist eine deutsche nicht-staatliche Organisation für Sexual-, Schwangerschafts- und Partnerschaftsberatung mit 180 Geschäftsstellen. Sie wird auch durch öffentliche Mittel finanziert – also mit Steuergeldern.

pro familia ist aktives Gründungsmitglied der International Planned Parenthood Federation (IPPF), dem weltweit größten Anbieter für Abtreibungen in 170 Ländern.[1]

Wichtig: pro familia führt selbst Abtreibungen durch – in vier „medizinischen Zentren“ in Deutschland. Damit geht es nicht nur um Beratung, sondern auch um einen strukturellen Interessenkonflikt.

Vier Fakten

1. pro familia ist politisch nicht neutral und fordert die Streichung von § 218.

2. pro familia ist über eigene medizinische Zentren in Abtreibungen involviert.

3. pro familia hat eugenische Wurzeln.

4. pro familia erhält öffentliche Mittel.

Geschichte

Historische Wurzeln und Eugenik

pro familia wurde 1952 gegründet. Wichtige frühe Personen vertraten eugenische Positionen – also die Vorstellung, dass bestimmte Menschen sich nicht fortpflanzen sollten. Erst 2020, 68 Jahre nach der Gründung, hat sich pro familia von den Ideologien der Gründer distanziert.

„Träger erblicher Anlagen, die Ursache sozialer Minderwertigkeit und Fürsorgebedürftigkeit sind, sollten tunlichst von der Fortpflanzung ausgeschlossen werden.“[3]

Hans Harmsen — erster Vorsitzender 1952–1968, Mitglied der NSDAP. Befürwortete die Zwangssterilisation von Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen.

„Geburtenkontrolle ist die Freisetzung und Kultivierung der besseren Rassenelemente in unserer Gesellschaft und die allmähliche Unterdrückung, Beseitigung und schließliche Ausrottung defekter Bestände.“[4]

Margaret Sanger — Rassenhygienikerin, Gründerin von Planned Parenthood, der Mutterorganisation von pro familia.

Chronologie

Von Familienplanung zu Abtreibungspolitik

1952

Gründung

Aufklärung über Verhütungsmethoden.

1973

Einstieg in die Abtreibungspraxis

Abtreibungen werden befürwortet und durchgeführt. Eigene Abtreibungszentren entstehen.

1984

Harmsen tritt zurück

Rückgabe der Ehrenpräsidentschaft durch Hans Harmsen nach Kritik an seiner NS-Vergangenheit.

1990

Gegen die Pflichtberatung

Pflichtberatung vor Abtreibung wird abgelehnt.

2004

Rechnungshof zweifelt

Der Hessische Rechnungshof äußert Zweifel an der Unabhängigkeit der Beratung.

2020

Späte Distanzierung

Distanzierung von den Ideologien der Gründer — 68 Jahre nach der Gründung.

Politische Agenda

Ziele und Forderungen: Abtreibung bis zur Geburt

§§ 218 und 219 streichen
pro familia fordert die ersatzlose Streichung – Abtreibungen ohne Angabe von Gründen bis zur Geburt.[2]
Ausbildung verpflichten
Abtreibung soll verpflichtender Teil der gynäkologischen Ausbildung werden.[2]
Kosten sozialisieren
Kostenübernahme über die Krankenkassen – Abtreibungen auf Kosten der Allgemeinheit.[2]
Beratung streichen
Keine verpflichtende Beratung mehr vor einer Abtreibung.[2]

Was das bedeutet

Abtreibung bis zur Geburt.

Jede Frau könnte bis zur 40. Schwangerschaftswoche – also bis zur Geburt – aus jedem Grund abtreiben. Ohne Beratung, ohne Bedenkzeit, auf Kosten der Allgemeinheit.

Interessenkonflikt

Abtreibung und Beratung: ein Interessenkonflikt

pro familia betreibt vier „medizinische Zentren“, in denen Abtreibungen durchgeführt werden. Wer zugleich berät und praktisch in Abtreibungen involviert ist, steht in einem strukturellen Interessenkonflikt.

Drei offene Fragen

Wer berät, sollte nicht mitverdienen.

Neutral?
Wie neutral kann Beratung sein, wenn die Organisation selbst in Abtreibungen involviert ist?
Ethisch?
Ist es ethisch, dass eine Organisation, die Abtreibungen durchführt, gleichzeitig die Pflichtberatung übernimmt?
Gefördert?
Sollte eine Organisation, die eine weitgehende Liberalisierung fordert, zugleich öffentlich gefördert werden?

Der Hessische Rechnungshof hat bereits 2004 Zweifel an der Unabhängigkeit der Beratung geäußert.

Hessischer Rechnungshof, 2004

Steuergelder

Millionen aus öffentlicher Hand.

Eine vollständige Gesamtsumme über Bund, Länder und Kommunen ist nicht zentral ausgewiesen. Die belegten Einzelzahlen zeigen trotzdem die Größenordnung.

mind. 6,53 Mio. €
direkte pro-familia-Förderungen aus drei öffentlich belegten Einzelangaben
1,18–1,19 Mio. €
Bundesverband 2024: Zuwendung des Bundesfamilienministeriums laut Lobbyregister.[5]
854.000 €
Bundesgeschäftsstelle 2025: Bundesförderung, laut Bundestag wieder ungefähr auf Niveau von 2015.[6]
ca. 4,5 Mio. €
Hessen 2022: Landesförderung für pro familia in Hessen laut Hessischem Landtag.[7]

Internationaler Kontext: pro familia ist Mitglied der IPPF European Network. Der Bund hat die International Planned Parenthood Federation seit 2022 zusätzlich mit 63 Mio. Euro unterstützt. Das ist keine direkte pro-familia-Förderung, zeigt aber, welches internationale Netzwerk mit deutschen Steuergeldern gestützt wird.[8]

90% aller Kinder mit Down-Syndrom werden vor der Geburt getötet

Das ist Selektion und Diskriminierung aufgrund einer Behinderung. Genau deshalb muss über eugenisches Denken auch heute gesprochen werden. Hat sich wirklich genug geändert?

Fazit

Vier Punkte, die du wissen solltest

Fazit

Beratung, Praxis, Geschichte, Geld — alles hängt zusammen.

01
Nicht neutral. pro familia verfolgt politische Ziele und fordert Abtreibungen bis zur Geburt.
02
Interessenkonflikt. pro familia führt selbst Abtreibungen durch – in vier „medizinischen Zentren“. Beratung und Abtreibungspraxis gehören damit organisatorisch zusammen.
03
Eugenische Wurzeln. Wichtige frühe Personen vertraten eugenische Positionen und befürworteten die „Ausrottung defekter Bestände“.
04
Steuerfinanziert. pro familia erhält öffentliche Mittel, obwohl sie politisch nicht neutral auftritt und in Abtreibungen involviert ist.

Was du tun kannst

Sollte eine Organisation, die Abtreibung politisch vorantreibt und selbst durchführt, mit öffentlichen Geldern finanziert werden? Wir sagen: Nein.

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